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Wir tricksen ein wenig herum: FOTO-NACHBEARBEITUNG

Modellfotos aufwerten

Foto ist nicht gleich Foto! Vor allem beim Fotografieren von Modellen sieht man dies deutlich. Schwimmt ein Modell auf einem Teich, so hat man trotz aller Sorgfalt beim Bau immer das Gefühl, dass es sich eben um ein Modellschiff handelt, weil die Perspektive beim Fotografieren eher der aus einem Hubschrauber gleicht. Dazu kommt häufig, dass im Hintergrund Dinge enthalten sind, die ebenso zu einem unschönen Ergebnis führen.
Der Modellbauer möchte aber Fotos haben, auf dem das Modellschiff, welches in hunderten Stunden Arbeit entstand, auch entsprechend und vor allem ansprechend aussieht. Dazu gibt es viele Möglichkeiten.

Um zu dem links abgebildeten Ergebnis zu kommen (Bitte fahren Sie mit der Maus über das Foto!), sollten Sie folgende Tricks beachten.
Ich möchte im ersten Exkurs eine beschreiben, zu denen man drei Dinge benötigt:

  • Tiefenschärfe des Modelles (deshalb am besten eine Spiegelreflexkamera verwenden)

  • Standpunkt des Fotografen (nicht zu hoch wählen, weil dies immer nach Hubschrauber aussieht)

  • Möglichst einfarbiger Hintergrund (eine Farbe, die nicht im Modell vorkommt, wäre ideal)

  • Beleuchtung des Modelles (muss mit der Beleuchtung des späteren Hintergrundes übereinstimmen)

Die Aufnahme liegt vor

So, unsere Aufnahme vom Modell ist fertig! Ich habe mich für ein Foto vom Bug entschieden, auf dem auch noch die Kommandobrücke und der erste Schornstein zu sehen sind. Um noch Deckaufbauten zeigen zu können, wählte ich einen ganz leicht erhöhten Standort, wie er im Original wohl nur von einem hohen Kran oder eben von einem Hubschrauber aus möglich gewesen wäre.


Scannen und Nachbearbeiten

Ist das Bild vergrößert, kann es eingescannt werden. Wir sollten davon ausgehen, dass das Originalbild mindestens 13 x 18 cm groß ist und es muss mit einer relativ hohen Auflösung gescannt werden. Ich habe 400 dpi gewählt. Damit wird sichergestellt, dass auch feinste Strukturen an Deck, wie z.B. die Relings, mit dem Computer ausgeschnitten werden können. Ich wählte das Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop 6.0, welches ein ausgezeichnetes Werkzeug für unser Vorhaben ist (Werkzeugleiste links eingeblendet). Man kann Gleiches aber auch mit Corel Photopaint, Paint Shop Pro oder anderen Programmen tun.

Man greift sich das Auswahlwerkzeug, welches in verschiedenen Variantionen vorkommt und stellt so Abschnitt für Abschnitt des Hintergrundes frei. Als Hintergrundfarbe sollte man nicht weiß wählen, weil diese Farbe ja in fast jedem Modell vorkommt und man später wieder manuell festlegen muss, welche Bereiche des Bildes mit einem Hintergrund versehen werden sollen. Ich wählte ein kräftiges blau. Für das Freistellen kann man je nach Motiv schon eine Stunde benötigen. Sehr kompliziert waren bei mir die Relings und Taue, die alle einzeln freigestellt wurden, um auch wichtige Details zu erhalten.


Passendes Motiv wählen

Nun ist das Ausgangsfoto ohne Hintergrund vorhanden und wir können an die Motivsuche für ein passendes Gegenstück gehen. Es ist ratsam, hierbei das Originalfoto mitzunehmen, um den genauen Kamerastandpunkt zu ermitteln. Auch das Wetter und der Sonnenstandpunkt sind zu beachten. Ich wählte für mein Motiv einen Blick über das Stettiner Haff von einem erhöhten Standpunkt aus. Dazu kletterte ich in unserem Industriehafen auf einen Kieshaufen und drückte mehrmals ab. Dieses Foto wurde noch ein wenig nachbearbeitet, weil etwas Schilf im Vordergrund sowie Gras-Treibgut verschwinden mussten. Es empfiehlt sich auch, einen Weichzeichner dezent anzusetzen, damit der Hintergrund nicht gestochen scharf erscheint.

Fotos zusammenfügen

Beide Fotos werden nun im Bildbearbeitungsprogramm geöffnet und auf ihre Größe hin überprüft (Breite/Höhe/Auflösung). Dann wird mit dem Zauberstab des Bildbearbeitungsprogrammes der Hintergrund des Ausgangsfotos angeklickt, ggf. "Ähnliches auswählen" im Menü AUSWAHL zusätzlich benutzen und dann kann der Ausschnitt aus dem Wasserfoto mit einem normalen Rechteck-Auswahl-Werkzeug ausgewählt und kopiert werden. Klicken wir wieder auf das Ausgangsfoto und wir nehmen nun im Bearbeiten-Menü den Punkt "In die Auswahl einsetzen". Schließlich wird der Hintergrund so verschoben, wie man ihn für am Realistischsten hält.

Fertig ist unsere Montage!

Und hier noch einmal alle drei Varianten und weitere Fotos!



















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