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Erfahren Sie im Baubericht, wie die Modelle entstanden!

   Die Fenster

Zur gehobenen Ausstattung der TITANIC zählten auch die vielen großen Fenster, vor allem auf den A-, B- und C-Decks. Hier sind teilweise knifflige Konstruktionen, die sich im Detail gar nicht mehr so darstellen lassen. Besonders auf dem B-Deck mit den Salons 1. Klasse muss man sich einige Mühe geben. Mit dem Ätzen kann man auch hier sehr gute Ergebnisse erzielen. Man kann entweder mehrere Teile zu einem Fenster zusammenkleben oder auch aus einem etwas stärkeren Ätzblech (0,3 oder 0,4 mm) Details auf einer Seite zum Vorschein bringen. Das Zeichnen der Fenster auf dem Computer ist allerdings eine etwas langwierige Arbeit. Zuvor werden bei den Aufbauten die Fensterkonturen herausgeschnitten oder auch geätzt und die Fenster nach einer anschließenden Verglasung der Öffnungen etwas erhaben aufgeklebt. Hier muss man relativ vorsichtig mit dem Kleber arbeiten, damit dieser die Scheiben nicht dauerhaft verschmiert.


   Die Schornsteine

Markant und Erkennungszeichen des Schiffes sind die vier hoch aufragenden Schornsteine. Man hat hier auch verschiedene Möglichkeiten, sie zu bauen. Da im oberen Teil eines Modellschiffes natürlich auch Gewicht eine Rolle spielt, sollten sie möglichst leicht ausfallen. Immerhin sind sie rund 21 cm hoch. Damit kam ein Spantengerippe mit Beplankung analog zum Rumpf nicht in Frage. Diesmal war die Lösung wärmeverformbares Abflussrohr. Ich baute mir ein ovales Modell aus Balsaholz, das in etwa den Innenmaßen des späteren Schornsteines entsprach.
Ein abgelängtes Stück Abflussrohr kam nun in kochendes Wasser und nach wenigen Sekunden konnte man es (natürlich mit Handschuhen) über das Modell schieben. Dann den richtigen Winkel ansetzen und abschneiden. Dann teilte ich die Schornsteine an der Stelle, an der der obere schwarze Teil beginnt.
Hier wurde ein Stück Sperrholz eingeleimt, welches ca. 1,5 mm größer war, als der Schornstein, so dass dieses Teil vorsteht. Am Besten, man bohrt hier gleich die jeweils sechs kleinen Löcher auf jeder Seite für die späteren Spannseile. Zum Schluss wieder verleimen, auch hier die Nietenimitation aufbringen und lackieren. An den Schornsteinen sind neben den Spannseilen auch etliche Rohre befestigt. Außerdem führen jeweils zwei Rohre vor jedem Schornstein in die Höhe. Das vordere mündet in die drei Dampfpfeifen, von denen die mittlere im Original immerhin 1,2 Meter groß war. Bis hierher geht übrigens auch eine Leiter zu einer Kleinen Arbeitsplattform, die ebenfalls geätzt wurde.
Übrigens, noch ein Hinweis zu den vielen Spannseilen der TITANIC. Zunächst hatte ich Takelgarn in entsprechender Stärke genommen, doch es hing dann immer durch und sah unschön aus. Die Lösung heißt Hutgummi, den es in mehreren Stärken gibt und der am Modell immer fest verspannt erscheint.



   Schluss

Was sich hier so leicht anhört, dauert doch mehr als die Hälfte der gesamten Bauzeit, denn gerade die Details haben es in sich. Aber hier sieht man den Baufortschritt Woche für Woche.
Zum Schluss setzte ich Menschen auf das Modell, denn es kam mir so leer vor - es lebte gar nicht. Und es sind ja auch eigentlich die Schicksale der Überlebenden und der Toten, die die TITANIC unsterblich machten. Ohne diese Personen, die ich über die deutsche Firma Preisser bezog, könnte ich mir mein Modell gar nicht mehr vorstellen. Ich könnte noch viel über die einzelnen Arbeitsschritte schreiben, denn das war nur der Telegrammstil und ich habe viele Hinweise und Tipps unterschlagen. Jeder soll auch seinen eigenen Weg finden, um zum Ziel zu kommen. Die wichtigste Eigenschaft heißt dafür Ausdauer. Talent kommt in der Aufzählung erst viel weiter hinten. Auch teure Maschinen sind nicht immer notwendig, wenn man damit vielleicht auch noch bessere Ergebnisse hätte erzielen können. Außer einer Minibohrmaschine von Proxxon und der Tauchätzanlage, einen Lötkolben und einer Laubsäge habe ich kein weiteres Spezialwerkzeug benötigt. Irgendwann muss man auch einmal sagen: "Jetzt ist Schluss", denn man kann an Details immer noch etwas finden, was man nicht dargestellt hat, oder was man überarbeiten könnte. Der Spaß soll aber schließlich überwiegen.
Viel Spaß allen ernsthaften Modellbauern bei Nachbau dieses schönen Schiffes! Vielleicht könnt auch ihr mal euer Ergebnis präsentieren.
Ich baue dann gern einen Link auf meiner Seite ein.

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