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Erfahren Sie im Baubericht, wie die Modelle entstanden!

   AM ÄTZEN KOMMT MAN NICHT VORBEI

Im Zusammenhang mit den vielen kleinen und sehr filigranen Teilen an Deck des Titanicmodelles muss ich auf eine Technik aufmerksam machen, die ich erst beim Bau meines zweiten Modelles einsetzte und mich im Nachhinein frage, wie ich das erste Modell überhaupt ohne diese Technik fertigstellen konnte.
Die Rede ist vom Ätzen. Mit Hilfe dieser Technik kann man aus verschiedenen Materialien (Messing, Neusilber, Bronze) Details herstellen, die nur wenige Zehntelmillimeter groß sind. Ein sehr gutes Angebot an Materialien, Fertigteilen und Zubehöre hat die Firma Saemann zu bieten, bei der ich seit einiger Zeit Kunde bin.
So sieht ein Film ausUnd so funktioniert's: Beim Ätzen wird auf eine fotobeschichtete Metallplatte ein Film gelegt und belichtet. Die schwarzen Stellen des Filmes bleiben bei der folgenden Entwicklung stehen, der Rest wird weggespült. (Bei der positiven Variante, es geht auch umgekehrt. Das Ätzbad greift dann die Stellen, auf der der Resist verblieben ist, nicht an und ätzt den Rest des Metalles einfach weg. In etwa einer halben Stunde haben Sie so die schönsten Teile vor sich (Vorarbeit nicht eingerechnet).
Saemann sagt in seiner Beschreibung, dass jeder ätzen kann und das stimmt auch. Man muss nur genau arbeiten. Man zeichnet zunächst das gewünschte Teil auf dem Computer mit Hilfe eines CAD-Programmes oder auch mit dem Grafikprogramm CorelDraw in Originalgröße auf. Bohrungen und Durchbrüche bleiben weiß, der Rest wird schwarz. Man muss lediglich beachten, dass die kleinsten Löcher und Details nicht geringer als die Blechstärke sein dürfen. Ich verwende vorwiegend 0,2 oder 0,3 mm starkes Messing- oder Neusilberblech.
Die einzelnen Teile müssen nun innerhalb eines Rahmens platziert werden und mit diesem Rahmen und untereinander mit Strichen in Blechstärke befestigt werden, damit sie beim Ätzen nicht einfach in das Bad fallen. Hat man Teile, die auf der Vorder- und Rückseite genau gleich aussehen, so kann man nur von einer Seite ätzen, d.h. man benötigt nur einen Film, belichtet dann nur diese eine Seite und ätzt dann. Diese Methode dauert allerdings recht lange und wird etwas unsauber, weil sogenannte Unterätzungen (an den Kanten der Bauteile wird das Material angegriffen) sichtbar werden. Ich stelle stets zwei Filme her. Das hat den Vorteil, dass Vorder- und Rückseite unterschiedlich sein können und man kann Biegekanten einarbeiten. Das geht, indem man auf der einen Seite eine Stelle weiß lässt, die wiederum auf der Rückseite schwarz ist. Dann wird an dieser Stelle das Blech nur von einer Seite angegriffen. So kann man auch Profile, Nieten, Leitungen u.ä. imitieren.
Für das Ätzen sollte man sich schon eine Tauch-Ätzanlage (besser S noch Schaumätzen) anschaffen, weil das Ätzen in der Schale zwar generell möglich ist, aber nur unbefriedigende Ergebnisse bei sehr langer Ätzzeit bringt. Für die Grundausstattung zum Ätzen muss man etwa 100 EUR ausgeben. Dies lohnt sich allemal, wenn man die Vielfalt der Ergebnisse sieht.
Speziell bei der Titanic habe ich Fenster, Luken, Riffelbleche, Türen, Relings, Gitter, Davits und viele Kleinteile geätzt.
Nähere Informationen zum Ätzen gibt es bei Saemann, Zweibrücker Straße 58 in 66953 Pirmasens, Tel & Fax: 06331-12440.

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